Wenn man sich mit Fragen, Sorgen, einem Problem oder Anliegen allein gelassen fühlt und sich gern mit anderen Menschen austauschen möchte, denen es ähnlich geht. Dann könnte eine Selbsthilfegruppe genau das Richtige sein.

Was sind Selbsthilfegruppen?
Selbsthilfegruppen bestehen aus Menschen mit ähnlichen Lebensfragen, Problemen oder Diagnosen, die sich freiwillig, ehrenamtlich, selbstorganisiert, basisdemokratisch und regelmäßig treffen. Selbsthilfe bedeutet, gemeinsam mit Gleichbetroffenen die eigenen Probleme und deren Lösung in die Hand zu nehmen.

Die Gruppentreffen werden nicht durch Fachkräfte angeleitet, sodass jede Gruppe eigene Formen der Zusammenarbeit und Moderation findet. Die Formate sind dabei ganz unterschiedlich – vom Stuhlkreis über Stammtische, Improvisationstheater, Spazieren, mit sportlichen oder kreativen Elementen usw…

Ein Gruppentreffen dauert im Durchschnitt zwei Stunden.

In Deutschland haben sich mehr als 3,5 Millionen Menschen in ca. 100.000 Selbsthilfegruppen zu ganz unterschiedlichen Themen zusammengeschlossen.


Zu welchen Themen gibt es Selbsthilfegruppen?

Es gibt eine große Themenvielfalt in der Selbsthilfe. Viele Gruppen treffen sich zu Themen aus den Bereichen chronische Erkrankungen, psychische Belastungen oder Süchte. Aber auch Trauer, Missbrauch, Essstörungen, Mobbing oder soziale Themen können in Selbsthilfegruppen bearbeitet werden.

Kann ich einfach so hingehen?
Die meisten Gruppen sind ganz offen gegenüber neuen Interessierten. Manche führen ein kurzes Vorgespräch oder wünschen sich eine Anmeldung. Es lohnt immer, sich vor dem ersten Besuch bei der Selbsthilfegruppe zu informieren.

Hilft das was?
Selbsthilfegruppen können Sehnsuchtsorte sein. Dort erleben Menschen, Entlastung, Verständnis und schöpfen neuen Mut. Es tut einfach gut, verstanden zu werden ohne viel erklären zu müssen. Die Gruppe hilft häufig mit großen Belastungen besser umgehen. Das Gespräch und die Vielzahl an Informationen fördert, dass man selbstbewusster mit Erkrankungen und Problemen umgehen kann.

Ganz ohne Fachleute? Klappt sowas?
Meist kommen in einer Gruppe sehr vielfältige Erfahrungen und damit verbunden unterschiedliches Fachwissen zusammen. Eine klare Struktur und einfache Regeln für das Gespräch miteinander helfen, Verantwortung für die gemeinsame Zeit zu übernehmen. So findet jede Gruppe ihren eigenen Stil. „Fachleute“ von außen bleiben gern gesehene Gäste zu einzelnen Terminen.
Kostet das was?
Selbsthilfegruppen sind in der Regel kostenfrei. Für bestimmte Kosten haben die Selbsthilfegruppen die Möglichkeit eine Förderung zum Beispiel über Krankenkassen zu beantragen.


Quelle: Kiss Dresden

Selbsthilfe. Zusammengefasst / Definition.

Kurzgefasst: Gesundheitsbezogene Selbsthilfe ist die gegenseitige Unterstützung Gleichbetroffener im Umgang mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen.

Der Fokus liegt dabei auf dem Kollektiv: Die Gruppe gibt emotionale Unterstützung und ermöglicht den Betroffenen Zugang zu einer besseren Informationslage und die gemeinsame Interessenvertretung. Und nicht zuletzt liegt genau in diesem Gruppengefüge eben auch über die gemeinsame Freizeitgestaltung eine ganze Menge Spaß.

Strukturell werden Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeorganisationen laut Leitfaden zur Selbsthilfeförderung wie folgt definiert:

Selbsthilfegruppen
Unter gesundheitsbezogenen Selbsthilfegruppen werden freiwillige Zusammenschlüsse von betroffenen Menschen verstanden, deren Aktivitäten sich auf die gemeinsame Bewältigung von Krankheiten, Krankheitsfolgen und/oder auch psychischer Probleme richten, von denen sie entweder selbst oder als Angehörige betroffen sind. Sie werden nicht von professionellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (z. B. Ärztinnen und Ärzten, anderen Gesundheits- oder Sozialberufen) geleitet. Dies schließt eine gelegentliche Hinzuziehung von Experten zu bestimmten Fragestellungen nicht aus.

Selbsthilfeorganisationen
Unter Selbsthilfeorganisationen werden gesundheitsbezogene Zusammenschlüsse von Selbsthilfegruppen auf Landes- oder Bundesebene verstanden, die auf bestimmte Krankheiten, oder Krankheitsfolgen ausgerichtet sind und die im Vergleich zu Selbsthilfegruppen meist größere Mitgliederzahlen aufweisen. Dachorganisationen von Selbsthilfeorganisationen sind
Zusammenschlüsse von Selbsthilfeorganisationen unterschiedlicher Krankheits- bzw. Diagnosegruppen, die gemäß ihrem Mitgliederkreis dazu berufen sind, die Interessen chronisch kranker und behinderter Menschen auf Bundesebene oder Landesebene zu vertreten und deren Arbeit nachhaltig darauf ausgerichtet ist, die Qualität der Selbsthilfearbeit der Selbsthilfeorganisationen weiterzuentwickeln.

Dabei bestehen in Deutschland zu fast allen Erkrankungs- und Behinderungsformen Selbsthilfegruppen und -organisationen, von A wie ADHS über K wie Krebs und P wie psychische Störungen bis hin zu Z wie Zöliakie. Dabei bestehen sowohl große Organisationen als auch kleinere Zusammenschlüsse, insbesondere im Bereich der seltenen Erkrankungen.

Selbsthilfe. Die Merkmale.

Auf die gesundheitsbezogene Selbsthilfe in Deutschland treffen unter anderem folgende Merkmale zu:

FreiwilligerZusammenschluss von Menschen mit einer chronischen Erkrankung oder Behinderung und/oder von deren Angehörigen
Selbstbestimmter Informations- und Erfahrungsaustausch in den Gruppen ohne fachliche Anleitung; die Betroffenen sind ganz unter sich
(manchmal werden aber durchaus Experten wie Ärzte oder Therapeuten punktuell für Fachvorträge oder Ähnliches hinzugezogen)
Gegenseitige emotionale Unterstützung und Motivation
Die Menschen in Selbsthilfegruppen nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand, überwinden gemeinsam mit anderen Betroffenen ihre spezifischen Probleme und übernehmen Verantwortung für ihre eigene Lebenssituation
Mitglieder von Selbsthilfegruppen sind Experten in eigener Sache und verfügen gemeinsam über ein hohes Maß an „Laienkompetenz“
Nutzen von Erfahrungen anderer Betroffener und Weitergabe eigener Erfahrungen
Selbsthilfe auf Gruppenebene basiert in erster Linie auf freiwilligen Engagement / Ehrenamt
Bereitstellung von Informations- und Beratungsangeboten für Mitglieder der Selbsthilfegruppen und andere Betroffene
Politische und gesellschaftliche Interessenvertretung
Wahrung der Neutralität und Unabhängigkeit gegenüber anderen Akteuren im Gesundheitswesen
Die gesundheitsbezogene Selbsthilfe unterstützt mit ihren Angeboten und Aktivitäten die professionellen Angebote des Gesundheitswesens, schließt Versorgungslücken und ist ein wichtiger Bestandteil der deutschen Gesundheitslandschaft
Erzielung von wirtschaftlichen Gewinnen ist ausgeschlossen

Selbsthilfe. Wie funktionieren Selbsthilfegruppen?

In einer Selbsthilfegruppe schließen sich Menschen zusammen, die ein ähnliches gesundheitliches Problem oder spezielle gesundheitliche Herausforderungen in Ihrem Leben haben, um diese gemeinsam anzugehen und sich gegenseitig zu unterstützen. Zusätzlich bestehen sogenannte Angehörigen-Gruppen, in denen sich Menschen zusammenfinden, die nicht direkt von einer Krankheit oder Behinderung betroffen sind, aber sich durch eine Krankheit/Behinderung eines nahestehenden Menschen mit den „Problemen“ konfrontiert sehen und diese zu lösen versuchen. Dies sind zum Beispiel Selbsthilfegruppen von Eltern, (Ehe-)Partnern oder Geschwisterkindern von Betroffenen.


Quelle:BAG Selbsthilfe
 

Stephan Fischer
Gesprächskreis Hirntumor Dresden
Postfach 450450
01245 Dresden
E-Mail: info@gespraechskreis-hirntumor.de

 


 

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